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Chronik

Zugleich mit dem 100. Gründungsjubiläum der Wehr im Jahre 1996, feierte der Musikzug sein 60-jähriges Bestehen. Hervorgegangen ist die Kapelle aus der 1922 von Pfarrer Feuerbach gegründeten katholischen Kirchenmusik. Die angeschafften Instrumente waren Eigentum der katholischen Kirchengemeinde Mörlenbach und durften nur bei kirchlichen Anlässen gespielt werden. Der Besuch eines Turnfestes in Rimbach um etwa 1923 führte zum Bruch mit Pfarrer Feuerbach, da die Jungmusiker mit kircheneigenen Instrumenten ohne Erlaubnis am Festzug teilnahmen. Die "Abtrünnigen" nannten sich künftig Turnerkapelle, welche ab 1926 durch die Kapelle Himberger Verstärkung erfuhr. In der Folgezeit bis 1936 traten Musiker dieser Gruppe unter dem Namen Kapelle Himberger, Kapelle Geiß/Taufertshöfer und Kapelle Wagner/Bartmann auf.

Schon kurz nach der Gründung der Feuerwehrkapelle wurden sie auf Betreiben der Nationalsozialisten, die eine Umbenennung in SA-Kapelle forderten, verboten. Es fanden sich jedoch nicht genügend Musiker bereit, unter dem Namen SA-Kapelle aufzutreten. Die Feuerwehrkapelle trat deshalb bis zum Kriegsende 1945 nicht mehr in Erscheinung.

Ab 1946 übernahm Georg Taufertshöfer, ein Gründungsmitglied, die Stabführung der wieder zum Leben erwachten Feuerwehrkapelle. 1947 wurden die Weichen neu gestellt. Der heimatvertriebene Egerländer Berufsmusiker Robert Kugler übernahm als Rentner den Taktstock und die Ausbildung der Nachwuchsmusiker. Eine Leistungsspitze erreichte die Kapelle im 60. Jubiläumsjahr der Wehr anläßlich des Kreisfeuerwehrtages 1956 in Mörlenbach. Nach dem Tode von Robert Kugler 1960 war Ernst Bruder aus Sulzbach bis 1967 Leiter der Kapelle. In dieser Zeit waren die Mörlenbacher Musiker eine stark gefragte Kapelle bei Großveranstaltungen und in Festzelten.

Großen Anteil am Erfolg der Kapelle hatte ihr Geschäftsführer Eduard Rössler, der diese Position 1958 von Karl Bartmann übernahm und bis 1975 inne hatte. Mit Paul Alexa konnte im Jahre 1967 ein Musikpädagoge für die Leitung der Kapelle und die Ausbildung von Nachwuchsmusikern gefunden werden. Lehrer Alexa war Festdirigent beim 75. Jubiläum der Wehr und begleitete dieses Amt bis 1976.

Durch die Übergabe des Taktstocks an den Birkenauer Musikmeister a.D. Kurt Schmitt, der auch die "Birkenauer Blasmusik" dirigierte, fanden viele Mitglieder dieser Kapelle nach Mörlenbach, wie auch umgekehrt viele Mörlenbacher Feuerwehrmusiker die Birkenauer Blasmusik verstärkten. Initiator dieser "Fusionierung" waren die damaligen Mitglieder Hans Schmitt, der von 1975 bis 1988 die Geschäfte der Kapelle führte, sowie Karl Geiss als damaliger Geschäftsführer der Birkenauer Seite.

Von 1987 bis 2011 hatte Alfred Rettig als Stabführer und Ausbilder die musikalischen Geschicke der Kapelle in der Hand. Als Dirigent schwingt nun seit 2011 Gerhard Schäfer den Taktstock, der zuvor die Stadtkapelle Heppenheim musikalisch leitete. Als Geschäftsführer war Wolfgang Klier seit 1988 tätig bis er durch Roland Rothmund abgelöst wurde. Auf Rothmund folgte Doris Knapp. Seit 2013 tritt nun Stephan Klier als Geschäftsführer in die Fußstapfen seines Vaters.